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Respekt für alle Schiris!

  • Autorenbild: Daniel
    Daniel
  • 19. Nov. 2023
  • 2 Min. Lesezeit

Stell Dir vor, Du machst die Augen auf und bist plötzlich auf dem Fußballplatz, mit der Schiedsrichterpfeife in der Hand.


So ist es mir gestern passiert. Mit ein paar anderen Eltern wurde ich gefragt, ob ich nicht beim Spiel meines Sohnes als Schiedsrichter aushelfen könnte. Als Ehrenmann habe ich mich natürlich direkt zur Verfügung gestellt 😇 Und was sollte schon schiefgehen…? Bei meinem Fußballsachverstand, mit meinen Leitungsfähigkeiten…?


😬 Es sollte einiges schief gehen und ich hab’ einen Tag gebraucht, um das Geschehene für mich einzuordnen.


⚽️ Es begann damit, dass ein Junge im Zweikampf mit einem Verteidiger im Strafraum stürzte. Ich war mir echt nicht sicher, ob es wirklich ein Foulspiel war (so ganz ohne Assistenten und Videobeweis) und entschied mich folgerichtig gegen einen Strafstoß - sehr zur Aufregung des Mannschaftsbetreuers, der dies für skandalös hielt, fortan andauernd vom Seitenrand wetterte und sich von mir nicht mehr einfangen ließ.


⛈️ Aber ich bin es natürlich gewohnt, mit Gegenwind umzugehen, und so versuchte ich:


🔐 Sicherheit auszustrahlen, 

🗣️ klar zu kommunizieren, 

🧵 einen deutlichen roten Faden bei den Entscheidungen erkennen zu lassen. 


🫣 Es half alles nichts. Am Ende fühlten sich beide Teams ungerecht behandelt. Und auch wenn sich die geäußerte Kritik vollkommen im Rahmen bewegte, merkte ich, dass ich es vermasselt hatte. 


🤔 Wie konnte ich als hervorragende Führungskraft derart mit der Leitung eines Kinderfußballspiels überfordert sein? 


Meine bisherigen Erkenntnisse:


☝🏻 Natürlich ist es etwas Anderes, ob ich - wie im Berufsalltag - fast immer die Möglichkeit habe, kurz zu überlegen, zuzuhören, zu begründen, andere hinzuzuziehen oder ob ich im Sekundentakt Entscheidungen treffen muss. Das eigentliche Problem war aber wohl ein anderes.


💡 Trotz aller Mühe war ich mir bei viel zu vielen Entscheidungen sehr unsicher - selbst wenn diese objektiv betrachtet wohl unstrittig waren. Ich hatte Schwierigkeiten, gleichzeitig auf Abseits zu achten, das Spielgeschehen im Blick zu halten und die zahlreichen Zweikämpfe zu bewerten. 


💁🏻‍♂️ Natürlich ist es eine Stärke, Unsicherheit einzugestehen, aber man sollte das, was man macht, schon auch können. Und die Spielsituationen im Fernsehen einzuschätzen ist viel einfacher als das auf dem Spielfeld hinzubekommen. Bestimmt kann man das lernen, aber so aus dem Stand funktioniert das nicht. Zumindest nicht bei mir… 🤷🏻‍♂️


👉🏻 Und obwohl ich nun um diese Erfahrung reifer bin, werde ich dem höflich vorgetragen Wunsch meines Sohnes (der ein schönes und zum Glück unstrittiges Tor erzielte) wohl nachkommen und beim nächsten Mal die Pfeife dankend ablehnen (vermutlich werde ich auch nicht mehr gefragt). 


🤛🏻 Respekt für alle Schiris, die sich das Woche für Woche antun!

 
 
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